Montag, 15. September 2014

Yak

Heute war eine Übergangsetappe. Unser Weg führte zurück zum Flughafen und von dort nach Changdu. Dort wurden wir abgeholt und ins 120 Kilometer entfernte Ya'an gefahren, wo wir morgen die Pandas besuchen werden.

Höhepunkte gab es trotzdem zwei:
Erstens haben wir es endlich geschafft einen der vielen Yaks zu fotografieren, welche die Strassen des Hochlandes hier säumen.

Zweiter Höhepunkt war das Abendessen in Ya'an. Wir testeten Hot-Pot, also die original Variante unseres Fondue-Chinoise.
Etwas gewöhnungsbedürftig sind hier die Fleisch-Variationen, welche gekocht werden... Wir waren teilweise durchaus froh auch etwas Gemüse ausgewählt zu haben. Das Fleisch haben wir zwar selber aus zwei grossen Kühlschränken ausgewählt, konnten uns dabei aber nur auf den ersten optischen Eindruck verlassen, welcher jedoch häufig stark täuschte...

Und zur Vorbereitung auf morgen haben wir im letzten Bild noch ein kleines Rätsel vorbereitet: Finde den Panda!

Sonntag, 14. September 2014

UNESCO-Weltkulturerbe

Für den zweiten Wandertag fuhren wir heute Vormittag ins etwa vier Stunden entfernte Huanglong.
Wir trafen rechtzeitig zum Mittagessen ein. Gestärkt durch diverse einheimische Gerichte und viel Reis machten wir uns auf zum anstrengenden Teil des Tages.

Mittels einer Gondelbahn begaben wir uns zum Ausgangspunkt unserer Wanderung durch das UNESCO-Weltkulturerbe auf ca. 3500 Meter über Meer.

Von da aus führte der Trip auf den gewohnten chinesischen Wanderwegen wieder hinunter ins Tal.
Der vier stündige Fussmarsch führte diesmal vorbei an bezaubernden Kalkstein-Terrassen, Klöstern und Wäldern.

In der Rubrik "in China sind manche Dinge etwas anders" seien heute die Sauerstoff-Kabinen entlang der Wanderstrecke und die Regenausrüstung mancher Chinesen erwähnt...

Das Abendessen nahmen wir zusammen mit unseren Guide ein, welcher uns bei Yak-Fleisch (gewöhnungsbedürftig) und Hühnchen (scharf aber lecker) etwas die tibeter Kultur näherbrachte.

Wandern auf chinesisch

Heute war wandern angesagt.
Zusammen mit tausenden Chinesen erkundeten wir die atemberaubende Naturlandschaften des Jiuzhaigou Nationalparks.

Shuttlebusse brachten uns jeweils zum Startpunkt einer Route. Von da aus gings dann wandernd talwärts, vorbei an schönen Seen und Wasserfällen, zur nächsten Busstation (eigentlich noch praktisch...).

Gewöhnen mussten wir uns erst an das Einsteigeritual der Chinesen in die Busse: kommt ein Bus an, rennen alle zu den Türen und drängen erst mal so stark, dass gar niemand in den Bus kommt. Nach der ersten Angriffswelle beginnt dann der große Run auf die Sitzplätze. Da wird gestossen, gedrängt, reserviert und geschrien... Sind einmal alle Sitze bezieht, kehrt Ruhe ein und die Fahrt kann losgehen.

Ebenfalls etwas ungewohnt ist, dass hier auf einem klar definierten Weg gewandert wird, einer Art Holzsteg. Dieser ist ca. 2.5 Meter breit ist meist etwas erhöht, hat kein Geländer und je nach Steigung viele Treppen.

Wenn es regnet spannen alle Besucher ihre Regenschirme auf (schön auf Kopfhöhe für uns...), was zu einem recht speziellen Bild führt.

Toll wars natürlich trotz allem. Zudem wurden die Beine wieder einmal stark  beansprucht. Daher gönnten wir uns am Abend eine Massage, welche recht schmerzhaft ausfiel, ihren Zweck aber nicht verfehlte.

Samstag, 13. September 2014

Hier ist ja niemand...

Einmal mehr war heute früh aufstehen angesagt, denn als erster Punkt stand ein kurzer Flug auf den Programm.

Dieser brachte uns in ungefähr einer Stunde von Xi'an ins Ost-Tibetische Hochland. Wie wir später erfuhren landeten wir dabei auf dem höchstgelegenen Flughafen in China (ca. 3500 Meter über Meer).

Nach der Landung wurden wir von einer charmanten Führerin per Auto ins eineinhalb Stunden entfernte Jiuzhaigou begleitet.

Was wir hier vorfanden war ein verschlafenes Dörfchen ohne viele Leute und ein Hotel, in welchem Warmwasser nur zu gewissen Zeiten verfügbar ist (morgens und abends für ein paar Stunden).

Also unternahmen wir eine kurze Erkundungstour durch das Dorf, welches nur aus einer Strasse besteht mit Hotels auf der einen Seite und Restaurants und  Souvenirläden auf der anderen.
Wir liessen uns die örtlichen Köstlichkeiten schmecken und verdauten diese bei einem kurzen Schläfchen.

Nach dem Nickerchen war unsere Verwunderung gross, denn auf einmal herrschte überall hektisches Treiben. In der Hotellobby und auf der Strasse wimmelte es von chinesischen Touristen.
Also ab ins Gewühl. Unser Ziel: Der Vergnügungspark am Ende des Dorfes.

Dabei gestaltete sich das kaufen der Eintrittskarten als etwas umständlich, da hier die Fremdsprachenkenntnisse der Einheimischen gänzlich inexistent sind...

Wie sich herausstellte ist die Hauptattraktion des Parks eine grosse Aufführung und wir erwarben Tickets in der ersten Reihe.
Die tolle Show bestand aus Tanz und Akrobatik und wurde mit mehreren tollen Effekten untermalt.
Als etwas übertrieben patriotisch sahen wir die Darstellung der Rettungskräfte nach dem Erdbeben von 2008 an. Aber das mehrheitlich chinesische Publikum war begeistert.

Traditionell wurde der Abend bei Bier und grillierten Fleischspiessen abgeschlossen.

Xi'an

Nach einer ruhigen Nacht und einer Zigarette zum Frühstück (zum Glück gab es im Zug eine offizielle Raucherzone) trafen wir überpünktlich in Xi'an ein.

Leider bei Regen, welcher den ganzen Tag über nicht stoppen sollte, wurden wir vom nächsten lokalen Guide erst ins Hotel gebracht.

Von dort ging es nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Dusche weiter in Richtung der legendären Terrakotta-Armee.
In vier Hallen besichtigten wir die einzigartigen Krieger.

Im Anschluss gab es noch einen kurzen Abstecher zu grossen Wildgans Padoge.

Auf eigene Faust erkundeten wir abends noch etwas die Stadt und verpflegten uns in einem kleinen einheimischen Lokal.
Der Zufall wollte es zudem, dass wir neben einem kleinen Schneider-Atelier vorbei kamen und ich so noch den Riss in meinem Hemd flicken lassen konnte.

Mittwoch, 10. September 2014

Peking IV

Heute ist leider auch schon wieder der letzte Tag, welchen wir in Peking verbringen dürfen.
Was selbsterklärend heisst: Viel viel laufen, damit möglichst viele Highlights der Stadt noch besucht und fotografiert werden können.

Unser geplantes Programm sah den Besuch des Lama-Tempels vor, gefolgt von einem kurzen Fotoshootings des Vogelnests (Olympiastadion von 2008) und danach plantschen im Wasserpark welcher sich neu im Schwimmstadion der olympischen Spiele befindet.
Danach frisch geduscht ins Hotel zurück und von dort rechtzeitig zum Bahnhof um den Nachtzug nach Xian nicht zu verpassen.

Also los zum Lama-Tempel (hat nichts mit den gleichnamigen Tier zu tun). Schöne aber nicht all zu grosse Anlage, viele Duftkerzen und grosse Statuen. Nichts was wir nicht schon gesehen haben, aber durchaus einen Besuch wert.

Und da der Tempel nicht zu den grössten der Stadt gehört waren wir früher als geplant mit diesem Programmschritt fertig und brauchten quasi ein Überbrückungshighlight.

Dieses fanden wir in Form des in  fussdistanz gelegenen Sommer-Palasts.
Was als Notlösung begann wurde zum spannenden Marathon.
Der Planer des Palastes hatte aus irgendeinen Grund das Gefühl, dass das
Ding am besten auf einen Hügel gebaut wird. Hunderte von Jahre später heisst das für uns leider viele Treppen besteigen...
Der Palast und vor allem die tolle Aussicht über die ganze Anlage mit dem zugehörigen See und dem grossen Park waren die Strapazen aber mehr als wert.

Vom Tempel zum Ausgang der Anlage nahmen wir einen kleinen ungefähr zwei stündigen Umweg durch den idyllischen Park, welcher abgerundet wurde mit einer kurzen Bootsfahrt.

Um im Programm nicht weiter in Verzug geraten galt es nun möglichst schnell zur olympischen Anlage zu gelangen. Also dem Chauffeur, welcher uns gleich beim Ausgang ansprach sofort das Bild des Vogelnests zeigen, welches gut diesen Zweck auch auf dem Handy gespeichert ist, Preis verhandeln und nichts wie los.

Dann die große Enttäuschung: Der Wasserpark ist kurz nach seiner Eröffnung bereits wieder wegen Renovierungsarbeiten geschlossen (wäre in der Schweiz undenkbar...).

Tja, so bleibt halt mehr Zeit für die Besichtigung des restlichen Geländes...
Eindrücklich, was hier alles gebaut wurde für die wenigen Tage der Wettkämpfe.

Jetzt galt es nur noch das Problem der erfrischenden Dusche vor der langen Zugfahrt zu lösen. Zum Glück zeigte sich unser Hotel kulant und liess uns dazu die Duschen im Spa Bereich nutzen.

Ein Guide begleitete uns danach zum Bahnhof und erklärte uns kurz die Abläufe bevor er sich wieder verabschiedete.
Etwas Hektik kam bloss noch auf als unser Zug auf ein anderes Gleis verschoben wurde (ohne Kenntnis von Schriftzeichen und Sprache ist dies ein grösseres Problem als man denkt...).
Routiniert konnten wir die Situation aber meistern und verliessen schon bald Peking im Nachtzug in Richtung Xi'an.

Die Mauer (Peking III)

Heute gings auf die Mauer.
Peking wurde zu diesem freudigen Ereignis extra von jeglichen Smog befreit und uns strahlte von morgens früh bis abends spät ein strahlend blauer Himmel entgegen!

Um 8:30 wurden wir im Hotel abgeholt und zur ungefähr eineinhalb Stunden entfernteren chinesischen Mauer gefahren.
Dort angekommen mussten wir aufgrund eines einheimischen Feiertages (Mond-Fest) noch kurz auf einen Shuttlebus umsteigen. Dass dieser nicht genau an dem Ort stoppte, welchen unser Guide wollte führte nach dem Aussteigen zu einem lauten Wortgefecht zwischen den Tourguide und dem Fahrer des Busses. Später schlossen sich gar noch weitere Parkmitarbeiter der Diskussion an. Wir und diverse chinesische Touristen verfolgten das Spektakel amüsiert.

Die paar extra Meter Fussmarsch, welche und trotz all der Reklamationen natürlich nicht zurückerstattet wurden, waren für uns natürlich ein Klacks...

Etwas anders verhielt es sich mit den diversen Kilometern, welche weiter in den nächsten zwei Stunden auf der Maurer zurücklegten. Die aggressive Sonne und die perfekt an die hügelige Landschaft angepasste Form der grossen Mauer erhöhten die Strapazen zusätzlich.

Aber jeder hart erkämpfte Meter war seinen Aufwand wert. Das gigantische Bauwerk imponierte uns sehr und dessen Besuch wird uns in guter Erinnerung bleiben.

Zum gebuchten Paket gehörten noch zwei weitere Besichtigungen am Nachmittag.
Das Grab eines Kaisers aus der Ming Dynastie (Trudi oder so...) und der ca. zwei Kilometer lange heilige Weg verblassten aber neben dem  Vormittagsprogramm etwas.

Abends wählten wir nach den guten Erfahrungen von gestern erneut das San Li Tun Quartier für das Verdauen der gewonnenen Eindrücke aus.
Bei Haxe, Kartoffelsalat, Weissbier und Apfelstrudel beobachteten wir das bunte treiben auf den Strassen. Etwas ungewohnt war dabei, dass mein Hauptgang nur sehr kurz nach meiner Vorspeise geliefert wurde während Luca seine zwei Gänge fünfzehn Minuten später gar zeitgleich erhielt.

Und zum krönenden Abschluss wurden wir später in einer Bar gar noch mit einem traditionellen Mondkuchen beschenkt.